Vorsitzender des Menschenrechtsausschusses richtet im Falle der Verhaftung führender Mitarbeiter von Amnesty International dringenden Appell an den türkischen Botschafter

 

Im Namen aller im Ausschuss vertretenen Fraktionen hat der Vorsitzende des Ausschusses für Menschenrechte und humanitäre Hilfe des Deutschen Bundestages, Prof. Dr. Matthias Zimmer, an den Botschafter der Türkei appelliert, sich bei seiner Regierung für die unverzügliche und bedingungslose Freilassung des Vorstandsvorsitzenden und der Direktorin der türkischen Sektion von Amnesty International, Taner Kiliç und Idil Eser, einzusetzen.

In zwei getrennten Schreiben an Botschafter Ali Kemal Aydin wies Prof. Zimmer darauf hin, dass die gegen Herrn Kiliç und Frau Eser erhobenen Vorwürfe in keiner Weise nachvollziehbar seien. Vielmehr setzten sich beide seit vielen Jahren mit großem persönlichen Engagement für einen besseren Menschenrechtsschutz in der Türkei ein. Angesichts des hohen Ansehens, das Amnesty International weltweit genieße, stelle ihre Verhaftung daher auch einen einmaligen Präzedenzfall dar und verstärke den Eindruck einer sich drastisch verschlechternden Menschenrechtslage in der Türkei, wie sie vom Menschenrechtsausschuss, aber auch in der deutschen Öffentlichkeit seit langem mit wachsender Beunruhigung beobachtet werde.

Prof. Zimmer bat den Botschafter, ihn außerdem zu informieren, wie es um den gesundheitlichen Zustand von Herrn Kiliç und Frau Eser in der Haft bestellt sei.

Taner Kiliç wurde am 6. Juni 2017 verhaftet, Idil Eser am 5. Juli 2017. Gemeinsam mit ihnen wurden weitere Menschenrechtsverteidiger festgenommen. Beiden wird von den türkischen Behörden die „Mitgliedschaft in einer terroristischen Organisation“ vorgeworfen.