Zur Verabschiedung des Friedensvertrags durch den kolumbianischen Kongress erklärt Tom Koenigs, Beauftragter des Außenministers für die Unterstützung des Friedensprozesses in Kolumbien:

 

Das einstimmige Ergebnis im Senat und im Kongress in Bogota hat den neuen Friedensvertrag demokratisch legitimiert. Die Uribe-Opposition hat an der Abstimmung nicht teilgenommen und sich damit selbst marginalisiert. Ihre fünf Stimmen im Senat und ihre 16 Stimmen im Kongress hätten allerdings das Ergebnis auch nicht wesentlich geschwächt.

 

Heute ist D-Day für Kolumbien. Jetzt beginnt die Demobilisierung und Reintegration der FARC. Bis Ende April 2017 werden alle Waffen der Vereinten Nationen übergeben. Ab jetzt müssen die Verträge umgesetzt werden. Dafür werden zuerst im Parlament die notwendigen Gesetze und Verfassungsänderungen verabschiedet und dann im Land durch die Reformen begonnen. Deutschland wird die kolumbianische Bevölkerung, die Freunde des Friedens und ihre Regierung darin unterstützen.

 

Ich hoffe, dass der Friedensschluss mit der FARC den Verhandlungen mit der ELN einen neuen Impuls gibt und auch diese, allerletzte Guerilla des Kontinents auf den Weg des Friedens bringt. Ich glaube, dass die politische Beteiligung gerade der marginalisierten Bevölkerungsteile auf dem Land ein wichtiges Element der Demokratisierung ist und die Verhandlungen darüber für alle von Vorteil sind. Mit beidem, dem Friedensschluss mit der FARC und den Verhandlungen mit der ELN, hat Santos den Friedensnobelpreis verdient.